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Medienschau September 2026 

Ein neues Hospiz in Bern richtet sich an sterbende Erwachsene im Erwerbsalter, Basel-Stadt will zusätzliche Hospize und der Kanton Zürich stimmt der Vorlage über assistierten Suizid in Spitälern und Heimen zu. 

Im September öffnete das Hospiz Bern in einem Gebäude der gemeinnützigen Stiftung Diaconis seine Türen. In den neun Zimmern im Haus Oranienburg werden vorwiegend Menschen im Erwerbsalter betreut, die in der letzten Lebensphase sind, gleichzeitig aber keine akute Spitalversorgung mehr benötigen. Das Hospiz wird von der Stiftung Mon Soleil getragen. Sie mietet die Räumlichkeiten von Diaconis und bezieht dort unter anderem Leistungen für Hotellerie, Reinigung und Wäsche. Anders als auf einer Palliativstation gibt es keinen maximalen Zielwert bei der Aufenthaltsdauer. «Bei uns darf man sterben, egal wie lange es dauert», sagt Betriebsleiterin Verena Prebil. 

Ganz ohne Bedingungen ist die Aufnahme allerdings nicht. Das Lebensende muss absehbar sein. Eine Person mit Demenz beispielsweise, der es noch verhältnismässig gut gehe, könne nicht aufgenommen werden. Aufgrund der Erfahrungen anderer Hospize geht Prebil davon aus, dass die Menschen im Durchschnitt eine bis drei Wochen bleiben werden. Dass sich das Hospiz an jüngere Menschen richtet, begründet die Betriebsleiterin mit der Versorgungslücke. Sie selbst arbeitete mehrere Jahre in der Palliativabteilung des Spitals Engeried und erlebte dort auch schwierige Situationen. «Ein 40-jähriger Vater mit kleinen Kindern ist in einem Pflegeheim schlicht am falschen Ort. Und doch blieb uns oft nichts anderes übrig als eine solche Verlegung», sagt Prebil. 

Steffen Eychmüller ist einer der profiliertesten Experten für Palliative Care in der Schweiz und leitet die entsprechende Station am Inselspital. Er sagt: Dank dem Fortschritt können wir heute Menschen ein Überleben ermöglichen, die noch vor zehn Jahren viel schneller gestorben wären.» Die Kehrseite sei, dass manche dieser Personen nicht mehr ohne eine intensive, teilweise rund um die Uhr verfügbare Betreuung auskämen. «Die Strukturen dafür existieren aber nicht», sagt Eychmüller. Entweder sei die Gesellschaft bereit, entsprechende Angebote aufzubauen und zu finanzieren. «Oder wir müssen mehr darüber sprechen, welche medizinischen Interventionen am Lebensende noch gemacht werden sollten.» 

Das neue Hospiz sei dringend notwendig. Die Versorgungslücke werde damit allerdings nicht geschlossen. Er habe bei rund einem Drittel der Fälle Schwierigkeiten, eine Anschlusslösung zu finden. Eychmüller bestätigt zudem, was Prebil erlebt hat: «Oft haben wir auch bei jungen Personen keine andere Option als ein Pflegeheim.»  

«Bei uns darf man sterben, egal wie lange es dauert». Berner Oberländer. 

15.08.2026 


 

Basel-Stadt hat eine neue Strategie «Palliative Care im Kanton Basel-Stadt». Sie baut auf dem bestehenden Konzept von 2013 auf und legt die neuen Schwerpunkte fest. Unter anderem will der Kanton die spezialisierte Palliative Care-Versorgung fördern. Geplant ist ein Pilotprojekt, bei dem mobile Palliativ-Teams pflegerische Leistungen bei Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen übernehmen, wenn diese in der letzten Lebensphase eine weit fortgeschrittene, unheilbare und fortschreitende Erkrankung mit komplexer Symptomatik haben. Ausserdem will der Kanton ein Konzept für «hospizähnliche Strukturen» erarbeiten. Es sollen verbindliche Richtlinien für den Übertritt von Patientinnen und Patienten in diese Strukturen geben, die medizinischen, pflegerischen und psychosozialen Leistungen festgelegt und schliesslich auch geeignete Standorte und Trägerschaften evaluiert werden. 

Der Bedarf an Palliative Care nimmt laut dem Strategie-Papier voraussichtlich leicht zu. «Bis zum Jahr 2045 ist mit rund 1400 Palliativpatientinnen und -patienten pro Jahr (allgemeine Palliative Care rund 1120 und spezialisierte Palliative Care rund 280) zu rechnen. Dies entspricht einer Zunahme von knapp 2,2 Prozent gegenüber heute.» 

«Basel-Stadt will Hospize für Palliative Care». Medinside. 16.9.2026 



Die Zürcher Stimmbevölkerung stimmt Ende September der Sterbehilfe-Vorlage deutlich zu. Der Ja-Stimmen-Anteil liegt bei über 68 Prozent. Einzig die Gemeinden Trüllikon und Fischenthal lehnen die Vorlage ab. Spitäler sowie Alters- und Pflegeheime im Kanton Zürich müssen in Zukunft assistierten Suizid in ihren Räumen zulassen. Ausgenommen sind weiterhin die Psychiatrien und Gefängnisse. Bislang konnten Spitäler und private Institutionen im Kanton Zürich assistierten Suizid in ihren Räumlichkeiten verbieten.

«Deutliches Ja zur Sterbehilfe-Vorlage». SRF.ch. 27.9.2026 



Auf dem Lindenhof im Herzen von Zürich präsentiert an einem Tag Anfang September ein ungewöhnliches Bild: Ein Teil des Platzes ist abgesperrt, was sich hinter der Abschrankung befindet, lässt Kinderherzen höherschlagen: 100 Schaukeltiere in allerlei Formen und Farben, von klassisch Holz bis Plüsch. Zwischen «gewöhnlichen» Schaukelpferden stehen schaukelnde Schwäne, Dinos, Elche, ein Lama — ja sogar ein Einhorn und eine Giraffe. In der Mitte thront ein Flamingo. 

Die Schaukeltiere sind Teil einer Sammelaktion des Kinderhospizes Flamingo in Fällanden und kann ersteigert werden. In der Schweiz leben gemäss Schätzungen 10 000 bis 15 000 Kinder, die an einer unheilbaren Krankheit leiden und auf palliative Betreuung angewiesen sind. 

Für die Schweiz sind Kinderhospize Neuland. Neben dem in Fällanden gibt es nur ein weiteres in Bern, das 2024 eröffnet wurde. Die Finanzierung des Kinderhospizes war in den letzten Jahren auch Thema in der Zürcher Politik. Der Regierungsrat sprach sechs Millionen Franken für den Bau des Gebäudes. Die Suche nach einer nachhaltigen Lösung, um den Betrieb zu finanzieren, gestalte sich aber schwierig, schrieb der Regierungsrat in einem Bericht. Das Hospiz in Bern wird zur Hälfte mit Spenden finanziert. 

«100 Schaukeltiere für kranke Kinder». NZZ. 01.09.2026 


 

Schon länger gibt es an vielen Spitälern speziell eingerichtete Palliativstationen. Der Aufenthalt ist jedoch oft auf zwei Wochen begrenzt. Sterben die Patientinnen und Patienten nicht in dieser Zeit, müssen sie nach der Stabilisierung der Situation nach Hause zurückkehren oder in eine Pflegeinstitution eintreten. Die Krankenkassen bezahlen die Leistung jedoch nur innerhalb von Spitälern. 

Um diese Lücke zu schliessen, hat der Kanton Zürich Anfang Jahr das dreijährige Pilotprojekt «Mobile Palliative Care Teams in Pflegeheimen» lanciert. Dabei unterstützen spezialisierte Teams das Personal von Pflegeheimen und Spitex, wenn Personen unheilbar krank sind und von Massnahmen profitieren können, die das Leiden reduzieren. Inzwischen haben rund zwei Drittel der Gemeinden Leistungsvereinbarungen mit Palliativorganisationen abgeschlossen.  

Der «Tages-Anzeiger» macht mit Regula Bucher bei einem Besuch im Pflegeheim Wildbach in Wetzikon. Sie ist Pflegefachfrau des mobilen, spezialisierten Palliative Care Teams, das zum GZO Spital Wetzikon gehört. Regula Bucher begleitet Menschen am Lebensende und unterstützt Pflegeteams in schwierigen Situationen. Die Palliativfachfrau setzt auf individuell abgestimmte Notfallpläne. Auch Patientenverfügungen müssen nochmals geklärt werden, betont die Fachfrau. Im Pflegeheim Wildbach sorgt sie auch für Notfallmedikamente, die Schmerzen und Unruhe lindern können. Das Wetziker Palliative Care Team steht dem Pflegepersonal rund um die Uhr zur Seite und hilft auch beim Einsatz von Schmerzmittelpumpen. Im Zentrum von allem steht eine Betreuung, die Leiden lindert und die Wünsche der Betroffenen respektiert. 

«Sie wünschen keine lebensverlängernden Massnahmen?» – «Das hat keinen Wert mehr». Tages-Anzeiger. 21.9.2026 


 

Wer ins Palliativzentrum geht, stirbt dort – so denken viele. Pflegefachfrau Anne Hurtlin hört das oft. Und sie widerspricht jedes Mal. «Viele haben ein falsches Bild vom Palliativzentrum.» Die meisten stellen sich darunter einen Ort vor, an dem Menschen, auf ihrem letzten Weg begleitet werden. Ein Ort, der vom Tod umgeben, dunkel und schwermütig ist. Ein Ort ohne Wiederkehr. 

Doch die Realität sei weit davon entfernt. «Palliativ heisst nicht gleich Tod. Wir arbeiten für das Leben», sagt die Pflegefachfrau, die im Palliativzentrum des Freiburger Spitals in der Villa St. François tätig ist. Denn auch wenn es eine spezialisierte Einrichtung zur Betreuung und Behandlung für unheilbar erkrankte Menschen ist, gehe es nicht nur darum, sie in der letzten Lebensphase zu begleiten. Viele kommen zur Behandlung und können, wenn sie sich stabilisiert haben, wieder nach Hause zurückkehren. «Wir arbeiten dafür, den Patientinnen und Patienten die bestmögliche Lebensqualität zu ermöglichen. Das Wohlbefinden unserer Patientinnen und Patienten hat für uns höchste Priorität», sagt Anne Hurtlin.  

Die Villa St. François verfügt über 16 Akutbetten für unheilbar kranke Patientinnen und Patienten, deren Gesundheitszustand sich akut verschlechtert hat und die dringend behandelt werden müssen. Zusätzlich gibt es sechs Plätze für Menschen, die eine Langzeitpalliativversorgung benötigen, damit sie sich stabilisieren können, bevor sie wieder nach Hause oder in ein Pflegeheim gehen. Die Betroffenen leiden häufig an Krebs, haben Herz- oder Lungenbeschwerden oder neurodegenerative Erkrankungen, manchmal auch eine Kombination aus verschiedenen Krankheiten und Symptomen.  

Die Journalistin der «Freiburger Nachrichten» begleitet in ihrer Reportage die Pflegefachfrau und spricht mit ihr über Palliativpflege, Trauer und berührende Erlebnisse. 

«Mehr als ein letzter Weg». Freiburger Nachrichten. 12.09.2026 


 

Noch einmal das Wasser sehen. Die Freiheit spüren. Geliebte Menschen ein letztes Mal treffen. Für schwerkranke Menschen sind solche Anliegen oft von unschätzbarem Wert. Die Wunschambulanz erfüllt ihnen diese letzten Herzenswünsche – kostenlos und mit speziell ausgerüsteten Ambulanzfahrzeugen. 

Petar Sabovic und seine Partnerin, Nataša Stojanovic, haben vor bald zehn Jahren die schweizweit tätige Wunschambulanz gegründet. Ein Engagement, das viel Leidenschaft und Durchhaltevermögen erfordert. Denn eine Ambulanz für ein individuelles Anliegen aufzubieten, ist nicht selbstverständlich. «Es braucht die passende Infrastruktur, medizinisches Fachwissen und viele Menschen, die bereit sind, ihre Zeit zur Verfügung zu stellen», sagt Petar Sabovic, der seinen schwerkranken Vater über längere Zeit betreute. Er hätte ihm gerne einen letzten Wunsch erfüllt: noch einmal seine Heimat Montenegro sehen, sein Herzensland. «Es ist eine grosse Herausforderung, bettlägerige Menschen zu transportieren», sagt Sabovic. Genau hier setzt die Wunschambulanz an. 

Die Fahrzeuge sind speziell für solche Einsätze ausgerüstet. Sie verfügen über medizinische Rolltragen und spezielle Lagerungssysteme, die einen möglichst schonenden und schmerzarmen Transport ermöglichen. Ohne Spenden funktioniert es nicht. Doch auch das Zusammenspiel aller Beteiligten ist entscheidend. Sabovic und seine Partnerin, eine Pflegefachkraft mit 27 Jahren Berufserfahrung in der Notfallmedizin, begleiten viele Fahrten persönlich. Unterstützt werden sie von Freiwilligen, darunter medizinisches Fachpersonal mit Erfahrung in Palliative Care. 

Seit 2017 konnte die Wunschambulanz mehr als 650 Wünsche erfüllen. Für einen Fahrgast war der Flughafen Zürich ein Sehnsuchtsort. Die Wunschambulanz brachte die Flugzeugliebhaberin an einen ihrer bevorzugten Beobachtungsplätze beim Flughafen Zürich, wo sie die grossen Maschinen starten und landen sehen konnte. Ein Kantonspolizist mit Herzinsuffizienz wollte noch einmal im Zürichsee baden und die Leichtigkeit des Wassers spüren. Eine 71-jährige Zürcherin, die an mehreren chronischen Erkrankungen litt, durfte dank der Wunschambulanz ihrem «Seelentier», dem Elefanten, begegnen. Im Kinderzoo Rapperswil durfte sie die Elefantendame Ceylon berühren und füttern.  

«Das Leben spüren«. Tagblatt der Stadt Zürich. 09.09.2026 


 

Und dieser Podcast ist uns im September besonders aufgefallen:

Im aktuellen «Pallipod» spricht Claudia Pesenti, Pflegeexpertin (MAS) und Fachfrau für Sexologie, über sexuelle Gesundheit und sexuelles Wohlbefinden im hohen Alter und bei Erkrankung. Im Mittelpunkt steht Sexualität als lebenslanges Thema, das auch unter diesen Bedingungen seinen Platz hat.