Medienschau März 2026
Bei der Urner Gesundheitskonferenz stand die Palliative Care im Zentrum. Vertreterinnen und Vertreter von mehr als einem Dutzend Institutionen und Organisationen unterzeichneten eine Charta zu Palliative Care. Dies als wichtigen Schritt für eine gemeinsam abgestimmte und kantonsweit vernetzte Versorgung in diesem Bereich.
Piotr Sobanski, Leiter Palliative Care Station Schwyz, hielt ein Referat zum Thema «Palliative Care: Interprofessionelles Handeln für Lebensqualität und multidimensionale Bedürfnisse». Er zeigte auf, welche Voraussetzungen es braucht, damit Versorgung, Kommunikation und Begleitung in anspruchsvollen Situationen zuverlässig funktionieren. Zum Schluss erörterten Fachpersonen im Rahmen einer Podiumsdiskussion, wie Zusammenarbeit im Urner Gesundheitswesen heute erlebt wird, wo Entwicklungspotenzial besteht und welche Schritte notwendig sind, um künftig noch stärker vernetzt und zukunftsorientiert zu handeln.
«Gesundheitsplayer unterzeichnen Charta zu Palliative Care». bote.ch. 24.3.2026
Andreas Weber gilt als Pionier in der Palliativmedizin. Jetzt wurde der Arzt des GZO Spitals Wetzikon für sein Engagement gewürdigt. Die Vereinigung Palliative Care und Organisationsethik hat im Zürcher Volkshaus den Oberländer Arzt mit dem Schweizer Palliative Care Preis ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die sich in der Schweiz im Bereich der palliativen Versorgung einsetzen.
Andreas Weber ist unter anderem Präsident des Verbands der spezialisierten Palliative-Care-Teams des Kantons Zürich und Präsident der Andreas Weber Stiftung. Diese setzt sich mit verschiedenen Projekten für die Förderung und Sicherstellung einer flächendeckenden palliativen Versorgung ein. Im Zürcher Oberland hat sich der Arzt des GZO Spitals Wetzikon vor allem mit der Gründung des mobilen Palliative-Care-Teams einen Namen gemacht. «Seit Jahren setzt er sich dafür ein, dass der Patientenwunsch, zu Hause zu sterben, erfüllt werden kann», schreibt die Organisation Palliative Care und Organisationsethik in einer Medienmitteilung.
«Oberländer Arzt erhält Palliative Care Preis». Zürcher Oberländer. 17.3.2026
Zuletzt Nidwalden, Zürich und Luzern: Immer mehr Kantone wollen assistierten Suizid in Spitälern und Altersheimen zulassen. Die Schweiz gilt weltweit als eines der liberalsten Länder – und Sterbehilfeorganisationen werden zunehmend akzeptiert. Aktuell nimmt die Suizidhilfe in vielen Kantonen eine weitere gesetzliche Hürde: Sie etabliert sich zunehmend in Alters- und Pflegeheimen. Bisher konnten Heime an den meisten Orten eigenständig entscheiden, ob sie Sterbehilfeorganisationen durch ihre Pforten lassen. Wer sich für einen assistierten Suizid entschied, sah sich daher oft gezwungen, das Heim dazu zu verlassen. Dies ändert sich: Mehrere Kantonsparlamente haben in den letzten Wochen beschlossen, Alters- und Pflegeheime dazu zu verpflichten, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern den assistierten Suizid vor Ort zu ermöglichen.
In der Zentralschweiz hat der Kanton Nidwalden Anfang Februar für neue Regeln gestimmt: Der Landrat nahm eine Teilrevision des Gesundheitsgesetzes an, die Sterbehilfe in Heimen explizit erlaubt. Auch in Luzern gab der Kantonsrat nun grünes Licht für eine Motion der SP. Damit muss der Zugang zu externer Suizidbegleitung in öffentlichen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen künftig garantiert werden. In Zürich könnte es bald zu einer Volksabstimmung zum Thema kommen. Während in staatlichen Heimen der assistierte Suizid bereits seit Juli 2023 zulässig ist, fordert eine kantonale Volksinitiative die Ausweitung auf private Pflegeheime, Spitäler und Psychiatrien. Das Kantonsparlament empfahl jedoch einen Gegenvorschlag zur Annahme: Dieser sieht zwar eine Öffnung in Spitälern vor, möchte private Institutionen jedoch nicht dazu zwingen, gegen ihre interne Überzeugung handeln zu müssen. Und er streicht auch die Psychiatrien und Vollzugsanstalten aus dem Vorschlag.
In den Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Wallis ist die Sterbehilfe in Heimen bereits gesetzlich verankert, in Solothurn hat die Regierung kürzlich einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt.
«Sterbehilfe in Spitälern und Heimen zulassen». Diverse Medien. März 2026
Das ehemalige Schulhaus Zumholz in Schwarzenburg ist zum Verkauf ausgeschrieben. Ab sofort könnten Angebote für die Übernahme im Baurecht oder Kauf abgegeben werden, heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. Im Schulhaus wird seit 2017 nicht mehr unterrichtet. Vereine nutzen die alten Schulzimmer, die ehemaligen Lehrerwohnungen werden vermietet, in der Turnhalle trainieren die Schwinger.
Wie die Zukunft des Hauses aussieht, ist noch offen. Erste Ideen gibt es bereits. Die Stiftung Nangijala möchte daraus ein Sterbehospiz für Erwachsene machen. Aktuell gibt es im Kanton Bern kein einziges, diverse Projekte laufen aber, etwa in der Stadt Bern. Ein stationäres Hospiz nimmt erwachsene Patientinnen und Patienten in ihrer letzten Lebensphase auf, wenn eine Behandlung im Spital nicht mehr notwendig und die Betreuung zu Hause oder in einem Pflegeheim nicht möglich ist.
Viele Leute möchten zuhause sterben, wegen der komplexen Situation oder weil Angehörige an ihre Grenzen kommen, sei das nicht immer möglich, erklärte Nicole Gurtner von der Stiftung gegenüber dem Regionaljournal. Hier soll ein Sterbehospiz ins Spiel kommen. Das alte Schulhaus eigne sich, weil genügend Platz für Bildungsräume, Patientenzimmer und Entlastungszimmer für Angehörige vorhanden sei.
Der Gemeinderat werde die Bewerbungen nach dem Nutzungskonzept und dem Preisangebot bewerten. Der Kaufpreis liegt bei 1,35 Millionen Franken. Die Gemeindeversammlung Schwarzenburg wird voraussichtlich im Dezember über das geeignetste Angebot entscheiden können.
«Palliativpflege statt Bildung». Berner Zeitung. 4.3.2026
In Obwalden wird neu der «Verein Palliativ vo hiä fir hiä» aktiv. Sabine Moser, Stellvertretende Geschäftsführerin und zuständig für Palliative Care der Spitex Hiäsig, nahm an der Gründerversammlung einleitend eine Begriffserklärung vor. Von einer «palliativen» Situation spreche man, wenn ein Patient an einer unheilbaren, tödlichen Krankheit leide. Der Gesundheitszustand könne dabei nach einer entsprechenden Diagnose noch gut sein. Die Grundversorgung in der palliativen Pflege wird von allen Institutionen und Organisationen abgedeckt. Andere Leistungen, wie das Bereitstellen eines Nachtpiketts und 24-Stunden-Erreichbarkeit, Anfahrtswege, interdisziplinäre Fallbesprechungen oder die Organisation von Material und Hilfsmitteln sind jedoch nicht verrechenbar.
Eines der Hauptanliegen des gemeinnützigen Vereins ist die Finanzierung von durch Krankenkasse und öffentliche Hand nicht gedeckte Kosten der Palliativpflege durch Spendengelder. Organisationen mit Sitz in Obwalden, die Mitglied des Vereins sind, über keine Defizitgarantie verfügen und nicht durch andere Vereine unterstützt werden, können die finanzielle Unterstützung beantragen.
«Verein zur Unterstützung im Palliativbereich gegründet». Obwaldner Zeitung. 25.3.2026
«Ich werde hinausgeworfen, weil ich nicht rechtzeitig sterben kann», empört sich die todkranke Sylvia Steiner, seit 26 Jahren Stadtzugerin und Betreiberin eines Treuhandbüros. Kurzerhand ruft sie die «Zuger Zeitung» an – aus ihrem Bett in der Villa Sonnenberg, dem Kompetenzzentrum für Palliative Care des Spitals Affoltern, wo sie ihre letzten Tage verbringen sollte. Mit dem Spital Affoltern hat der Kanton Zug eine Leistungsvereinbarung, da er selbst keine vergleichbare Einrichtung führt. Der Aufenthalt auf einer Palliativstation wie der Villa Sonnenberg ist jedoch auf drei Wochen begrenzt. «Jetzt muss ich nochmals umziehen. Das ist doch unerhört und unwürdig! Da muss sich unbedingt etwas ändern», betont die Patientin.
Dass Sylvia Steiner nicht in der Villa Sonnenberg habe bleiben können, sei ein «Systemproblem», sagt Oberarzt Luca Emmenegger, Fachverantwortlicher für Palliativmedizin im Zuger Kantonsspital. «Von der Krankenkasse werden nur zwei bis drei Wochen Aufenthalt auf einer Palliativstation vergütet. Anschliessend muss nach einer Anschlusslösung in einer geeigneten Langzeiteinrichtung gesucht werden.» Ein Hospiz ist eine solche Langzeiteinrichtung aus dem Bereich der spezialisierten Palliative Care und ein Ort für Schwerkranke. Abrechnungstechnisch ist es mit einem Pflegeheim vergleichbar. «Dort können Patienten so lange bleiben, wie ihr Sterbeprozess eben dauert.» Dafür müssten sie einen relevanten Teil der Kosten selbst tragen. «Die Finanzierung ist gerade für jüngere, schwerkranke Patientinnen problematisch, da sie meist nicht auf finanzielle Unterstützung durch die Sozialversicherungen zählen können», führt Emmenegger aus. «Zudem sind Hospize aufgrund des hohen personellen Aufwands häufig defizitär und auf Spenden angewiesen, um sich finanzieren zu können.» Im Kanton Zug selbst gibt es aktuell kein Hospiz, es bestehen aber Vereinbarungen mit ausserkantonalen Leistungserbringern wie dem Hospiz Zentralschweiz und dem Pflegezentrum Viva Luzern Eichhof.
«Dem Lebensende Wert geben». Zuger Zeitung. 12.3.2026
Ben ist zweieinhalb Jahre alt. In seinem Alter können die meisten Kinder schon gut laufen, einfache Sätze bilden und selber essen. Manche steigen ohne Hilfe Treppen hinauf oder ziehen sich selbständig an. Ben kann sitzen. Und das ist ein grosser Erfolg. Der kleine Junge ist unheilbar krank, er leidet am sogenannten Wolf-Hirschhorn-Syndrom, einem seltenen Chromosomenfehler.
Anfang Jahr gehören Ben und seine Eltern zu den ersten Familien, die in das Kinderhospiz «Flamingo» in Fällanden eingezogen sind. Es ist das erste Kinderhospiz im Kanton Zürich, das zweite in der Schweiz. Ben ist nicht im Kinderhospiz, um zu sterben. Sein Aufenthalt dient zum Krafttanken für alle – besonders für seine Eltern, die hier dank der spezialisierten pädiatrischen Palliativpflege einen Teil der Betreuungsaufgaben abgeben können. Wie Bens Familie mit der Krankheit lebt, wie sie im Flamingo Kinderhospiz betreut wird und wie lange der Weg zur Realisierung des Kinderhospizes war, erzählt die NZZ in einer ausführlichen und eindrücklichen Reportage.
«Ben ist gut so, wie er ist». NZZ. 23.3.2026
Ein ehemaliges Hotel in Ried-Brig im Oberwallis, in der grossen Wohnstube steht ein Cheminée, daneben ein Katzenturm. Am Esstisch bereiten Bewohnerinnen das Mittagessen zu. Hier, in diesem familiären Umfeld, leben unheilbar kranke Menschen – die meisten sind in der letzten Phase ihres Lebens. Über zehn Jahre dauerte der Aufbau des Hospizes «Hope». 2024 hat es eröffnet. Es habe einen langen Schnauf gebraucht, sagt Hospizleiterin Caroline Walker Miano. Aber: «Ich bin nicht eine Kurzstreckenläuferin und man hat mir einen harten Kopf in die Wiege gelegt.» Und der Effort habe sich gelohnt.
Heute nimmt das Hospiz Oberwallis in der Schweiz eine Vorreiterrolle ein. Als bisher einziger Kanton in der Schweiz hat das Wallis eine Tagespauschale für Hospize von 635 Franken pro Patientin oder Patient eingeführt. Hinzu kommen die Beiträge der Krankenkasse. So kommt das Hospiz gut über die Runden. «Dies reicht aber nicht vollständig aus», sagt Caroline Walker Miano. «Eine indirekte Finanzierung ist die Arbeit der Ehrenamtlichen, die das Budget sehr entlasten.» Trotzdem: Man sei in einer sehr komfortablen Situation. «Wir haben wenig finanzielle Sorgen im Vergleich zu anderen Hospizen», sagt Walker Miano. Das Walliser Modell werde für andere Kantone adaptiert, um eine gute Finanzierung zu erreichen, so die Leiterin.
In anderen Kantonen kämpfen Hospize mit grösseren finanziellen Lücken. Das Problem: Hospize gelten bis anhin als Pflegeheime und erhalten deswegen von der öffentlichen Hand und den Krankenkassen dieselben Beiträge pro Patientin und Patient. Doch dieser Betrag ist laut Dachverband Hospize Schweiz zu tief und deckt die Kosten nicht. Die Arbeit im Hospiz sei aufwendiger als im Pflegeheim.
«Darum sind Hospize im Wallis bezahlbar». SRF online. 4.3.2026
Und diese Podcasts sind uns im Februar besonders aufgefallen:
In «Make-it-C.L.I.C.K. – Der Podcast» spricht Eva Bergsträsser, Kinderonkologin und Pionierin auf dem Gebiet der pädiatrischen Palliative Care, über gesellschaftliche Tabus, den Wert von Vertrauen in ihrer Arbeit, die Herausforderungen in der Palliativversorgung und die Definition von «lebenswertem Leben».
In «Das letzte Stündchen» spricht Podcasterin und Texterin Elena Ibello mit der Familienfotografin Laura Kissling. Wenn ein Kind oder ein Elternteil schwer krank ist, schafft sie mit ihrer Kamera etwas, das später unschätzbar werden kann: liebevolle Erinnerungsbilder für Familien in einer Ausnahmesituation.