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 «Ein Visionär, Macher und Pionier der Palliative Care» 

«Palliative Care und Organisationsethik» hat in einem festlichen Anlass Dr. med. Andreas Weber den Schweizer Palliative Care Preis verliehen und ihn als Visionär, Pionier und Brückenbauer gefeiert. 

«Andreas, wir haben dich schon lange im Blick!», sagte Dr. phil. Matthias Mettner, Gründer und Studienleiter von «Palliative Care und Organisationsethik», in seinen Begrüssungsworten. Seit 2008 ist Andreas Weber als Palliativmediziner in der Funktion eines leitenden Belegarztes im GZO Spital Wetzikon und als selbständiger Konsiliararzt zusammen mit seinem Team rund um die Uhr für schwerkranke Menschen da, welche in ihrem Zuhause gepflegt und betreut werden. Wo Andreas Weber wirkt, hinterlässt er Spuren, sei es als Arzt, Dozent oder Präsident von Verbänden und Organisationen. Dass der Kanton Zürich inzwischen über ein flächendeckendes Netz für mobile Palliative Care verfügt, ist nicht zuletzt Andreas Webers Verdienst.

Renate Gurtner, Gesundheitswissenschaftlerin und ehemalige Geschäftsführerin von palliative.ch, bezeichnete in ihrer Laudatio den Geehrten als Macher, Visionär und Pionier. Andreas Weber habe sich zu Recht einen Namen gemacht als «der Arzt, der zu den Patienten nach Hause geht». Ihn zeichne seine Beharrlichkeit aus, seine Klarheit, die zugleich von Demut und Mut begleitet werden. Was aber treibt Andreas Weber seit Jahren an? «Es ist der Mensch an sich und das Interesse am Menschen», so Renate Gurtner.

Laudatorin Ladina Spiess, Vorstandsmitglied der Stiftung Andreas Weber, Kommunikationstrainerin und Texterin, erinnerte daran, wie der Preisträger den finanziellen Nöten der Palliative Care mit unermüdlichem Engagement entgegentrat und 2016 eine eigene Stiftung, die heutige Andreas Weber Stiftung, gründete. Mit einem Fundraising brachten er und seine Unterstützer und Unterstützerinnen 200 000 Franken zusammen, womit der Grundstein für die Stiftung gelegt war. Das brachte ihm von vielen Seiten Anerkennung ein. Und auch heute heisst es im Zürcher Oberland: «Er isch en Guete!» So äusserten sich die Menschen, mit denen Ladina Spiess im Vorfeld der Feier sprach. Andreas Weber – häufig unterwegs mit Hund und im alten BMW – ist aus der Palliativversorgung im Zürcher Oberland nicht mehr wegzudenken.

Andreas Weber erläuterte in seiner Dankesrede, was ihm wichtig ist. Dazu schaute er auch auf seine Anfangsphase als Intensiv- und Rettungsmediziner zurück. Zu jener Zeit sei ihm klar geworden, wie sehr sich die Medizin aufs Weiterleben konzentriere – oft ohne auf die Bedürfnisse des Patienten, der Patientin zu achten. «Man muss sich doch die Frage stellen, was die Betroffenen selbst wollen. Wie wichtig ist der einzelnen Person das Weiterleben?» Auch heute noch würde diese Frage zu wenig gestellt. «Man fragt nicht, sondern bietet einfach Therapien an. Noch heute werden die Patientinnen und Patienten zwar über Nutzen und Auswirkungen einer Therapie informiert, nicht aber, welchen Einfluss diese auf ihre Lebensqualität hat.» Und auch die Frage, wie man innere Gelassenheit und Vertrauen in das Kommende gewinnen kann, beschäftigt Andreas Weber. Dabei lernt er von seinen Patientinnen und Patienten. Wichtig ist ihm weiter, dass Palliative Care ausreichend finanziert ist und die nötigen Medikamente verfügbar sind. Der Preisträger bedankte sich bei seinem Team und den langjährigen Wegbeleitern, ohne sie wäre dies alles nicht möglich gewesen. Besonders seine Familie habe ihn stets unterstützt und sein Engagement für die Palliative Care immer mitgetragen, wofür er ihr sehr dankbar ist.

Der Anlass endete mit einem musikalischen Ausklang am Klavier von Prof. Dr. phil. Andreas Kruse und angeregten Gesprächen beim anschliessenden Apéro, bei dem auch die eine oder andere neue Idee zur Sprache kam. Wer es nicht ohnehin schon wusste, dem wurde spätestens jetzt klar: Auf den Lorbeeren ausruhen wird sich Andreas Weber nicht.

 


Der Schweizer Palliative Care Preis wird seit 2010 alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit verliehen, die sich in herausragender Weise und pionierhaft für Palliative Care in der Schweiz engagiert hat. Der Preis wird von «Palliative Care und Organisationsethik» gestiftet, namentlich von Dr. Matthias Mettner und Jacqueline Sonego Mettner.